Früh erkannt, früh gebannt: der Knicksenkfuß

Früh erkannt, früh gebannt: der Knicksenkfuß

Klingt nach einer altertümlichen Weisheit, ist aber oftmals sehr berechtigt. Dies gilt auch im Fall der Knicksenkfuß-Fehlstellung. Doch woran lässt sich ein Knicksenkfuß oder Knickplattfuß bei einem Kind oder bei sich selbst erkennen? Was sind die typischen Zeichen? Wann sollte man einen Arzt aufsuchen und welche Therapiemöglichkeiten können wirklich helfen?

Das Typische dieser Fehlstellung ist recht einfach zu erkennen: Der Rückfuß knickt nach innen ab und das Längsgewölbe an der Innenseite des Fußes sinkt ab. Oftmals treten Schmerzen am Innenrand des Fußes auf. Bei kleinen Kindern – insbesondere kurz nach dem Laufenlernen – sind leichte Ausprägungen des Knicksenkfußes völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung. Sollte sich dieser „niedliche Plattfuß“ jedoch verstärken oder im Lauf des Wachstums nicht von alleine verschwinden, sollte sich ein Experte das ansehen.

Im Erwachsenenalter lässt sich ein Knicksenkfuß bzw. Knickplattfuß häufig durch eine verpasste Behandlung im Kindesalter oder auch als Folge von Verletzungen wie Knochenbrüchen oder Sehnenverletzungen erklären. Auch bei Erkrankungen wie Rheuma kann sich ein Knicksenkfuß entwickeln. In vielen Fällen ist eine Schwäche der Bänder und Sehnen am Innenknöchel verantwortlich.

Im Rahmen einer umfassenden Diagnostik prüfen wir die Fußstellung unter Vollbelastung, die Beweglichkeit der Gelenke sowie die Stabilität und die Funktion der wichtigen Sehnen und Bänder. Anhand von Röntgenbildern kann die Fehlstellung von Knochen erkannt werden. Zudem können wir über die dynamische Pedographie in unserer Praxis die Druck- und Belastungsverteilung des Fußes beim Gehen genau analysieren und erhalten so wichtige Informationen für die Behandlung.

Leichtere Ausprägungen dieser Fehlstellung können wir konservativ behandeln: mit stützenden, individuell angefertigten Einlagen oder sensomotorischen Einlagen, orthopädischen Maßschuhen und auch mit gezieltem Fußtraining zur Stärkung der Fußmuskulatur. Sollten die Sehnen entzündet sein, können entzündungshemmende Therapien mit Hyaluronsäure oder Eigenblut (PRP-Therapie) heilsam sein. Ob eine Operation angezeigt ist, ist selbstverständlich von der Schwere der Fehlstellung und den damit verbundenen Beschwerden abhängig, aber auch vom Alter des Betroffenen.