Hallux rigidus: Die steife Großzehe

Hallux rigidus: Die steife Großzehe

Wenn stechende Schmerzen in der Großzehe jeden Schritt zur Tortur werden lassen, Treppenstufen und bergauf gehen eine Herausforderung darstellen und insbesondere bei Frauen das Tragen hoher Absätze die Schmerzsituation verstärkt, könnte ein Hallux rigidus vorliegen. Im Volksmund wird dies auch als „steife Großzehe" (Hallux=Zeh, rigidus=steif) bezeichnet. Die Ursache ist ein Verschleiß im Großzehengrundgelenk. 

Der Fuß kann nicht mehr richtig über den großen Zeh abrollen. Die arthrotische Veränderung kann in allen Altersgruppen auftreten, aber auch viele Sportler wie beispielsweise Läufer, Tänzer oder Fußballer sind betroffen. Ursache hierfür sind oftmals chronische Fehl- oder Überbelastungen der Sportlerfüße. Auch starkes Übergewicht oder ungünstiges Schuhwerk stellen Risikofaktoren dar. Eine Großzehengrundgelenksarthrose entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern immer über einen längeren Zeitpunkt hinweg. Wichtig ist, bereits bei den ersten Beschwerden zum Orthopäden zu gehen, denn ohne Therapie kann der Verschleiß des Gelenkknorpels bis zur kompletten Einsteifung und Verknöcherung des Gelenks führen. Nur bei frühzeitiger Behandlung besteht die Chance, die wertvolle Bewegungsfunktion des Zehengelenks zu erhalten.

 

Konservativ oder operativ? Die genaue Diagnostik ist wichtig

Bei der manuellen Untersuchung kann die Ärztin häufig Osteophyten (Knochensporne) direkt durch die Haut ertasten. Schmerzen, Schwellungen und Reibegeräusche von Knochen und Knorpel weisen ebenfalls auf einen Hallux rigidus hin. In der dynamischen Fußdruckmessung sind Abweichungen im Gangbild und Fehlbelastungen am Fuß erkennbar. Die Auswertungen sind bei der Entscheidung hilfreich und wegweisend, ob eine konservative Therapie möglich oder ob Operation erforderlich ist. Je nach Stadium wird die konservative Therapie mit physiotherapeutischen Maßnahmen oder einer individuellen Einlagenversorgung eingeleitet. Auch spezielle Abrollhilfen unter der Schuhsohle entlasten den Fuß der Hallux-rigidus-Patienten. Bei einer akuten Gelenkentzündung im Rahmen der fortschreitenden Arthrose kann bei noch ausreichender Beweglichkeit durch unterschiedliche Medikamente oder Injektionen (Hyaluronsäure, ACP) in das Großzehengrundgelenk eine Schmerzlinderung erzielt werden.

 

Hallux rigidus-Operation: Gelenkerhaltend, gelenkersetzend oder gelenkversteifend?

Bleibt ein Erfolg der konservativen Therapie aus oder ist bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, ist oftmals eine Operation notwendig: Die gelenkerhaltende, die gelenkersetzende oder die gelenkversteifende OP. Handelt es sich beim Hallux rigidus noch um ein Anfangsstadium, reicht in manchen Fällen noch eine Entfernung der knöchernen Überbeine aus, um die Beweglichkeit wieder zu verbessern und den Schmerz zu reduzieren. Wenn das Gelenk nicht mehr erhalten werden kann, kann entweder ein künstliches Gelenk eingesetzt werden oder eine Versteifung der Großzehe durchgeführt werden. Viele Patienten schrecken bei dem Begriff „Versteifung“ zunächst zurück. Aber keine Sorge: nach einem solchen Eingriff kann in der Regel normales Schuhwerk getragen werden und auch viele sportliche Aktivitäten sind weiterhin möglich.

Haben Sie persönliche Fragen und möchten sich detaillierter zu den Therapiemöglichkeiten informieren? Gerne beraten wir Sie bei einem Termin in unserer Praxis für eine individuelle und gezielte Therapie.

 

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