Morbus Köhler

Morbus Köhler ist eine seltene Knochenerkrankung, die vor allem bei Kindern zwischen dem 4. und 18. Lebensjahr auftritt. Bei diesem Krankheitsbild sterben durch eine gestörte Blutversorgung Teile der Fußknochen ab. Man spricht dann von einer aseptischen Knochennekrose. Unterschieden werden die Untergruppe Morbus Köhler 1, bei dem das Kahnbein (Os naviculare pedis) betroffen ist, und Morbus Köhler 2 des Mittelfußköpfchens, auch Morbus Freiberg-Köhler genannt. Durch die Durchblutungsstörung des Knochens, die sogenannte Ischämie, kommt es zu einer Erweichung der Knochens, in medizinischer Fachsprache ausgedrückt Nekrose oder Osteoneokrose. In der Folge kommt es zu einer stetig zunehmenden Verformung des Mittelfußköpfchens, Fragmente von Knochen und Knorpel können sich ablösen. Bei weiterem Voranschreiten des Morbus Köhler kann es zu einem gänzlichen Verschleiß und damit zu einer Arthrose führen.

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Jameda Siegel
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Morbus Köhler Ursachen – in fast allen Fällen unbekannt

Morbus Köhler wird – und dies gilt für beide Typen, also sowohl Morbus Köhler 1 als auch Morbus Köhler 2 – ausgelöst durch eine unzureichende Durchblutung des Fußknochens. Die Folgen dieser Störung sind ein allmähliches Absterben des Knochens, ein zunehmender Substanzverlust und schließlich bei fehlender Behandlung ein kompletter „Zusammenbruch“ (Kollaps). Was genau dahinter steht, ist in den meisten Fällen nicht erklärbar und bleibt unbekannt (idiopathische Knochennekrose).

Morbus Köhler 1

Der erste Typus wird mitunter auch Morbus Köhler-Albau genannt und bezeichnet die aseptische Knochennekrose des Kahnbeins am Fuß (Os naviculare pedis). Dieser Knochen befindet sich auf der Innenseite im Fußwurzelbereich. Typisch für das Krankheitsbild Morbus Köhler 1 sind Schmerzen im Bereich der Fußwurzelinnenseite. Tritt dieser Typ auch beim Erwachsenen auf, so spricht man vom Müller-Weiss-Syndrom.

Morbus Köhler 2

Der zweite Typus ist auch unter der Bezeichnung Morbus Freiberg oder Morbus Freiberg-Köhler bekannt. Ähnlich wie bei Typus 1 liegt auch in diesem Fall eine aseptische Knochennekrose vor – aber im Gegensatz zu Morbus Köhler 1 ist hier meist das Köpfchen des 2. Mittelfußknochens betroffen. Schmerzen machen sich beim Typus 2 über und am dem Grundgelenk der zweiten Zehe, direkt neben der Großzehe, bemerkbar.

Morbus Köhler

Was ist Morbus Köhler – typische Beschwerden

Beide Typen, Morbus Köhler 1 und Morbus Köhler 2, unterscheiden sich durch die Lokalisation des Schmerzes. Geschildert werden aber die gleichen Beschwerden: Belastungsschmerzen der betroffenen Region und oftmals ist auch eine deutliche Schwellung. Beim Morbus Freiberg-Köhler tritt im Verlauf eine sichtbare Verformung des zweiten Zehengrundgelenks auf mit tastbaren Knochenvorsprüngen und eine Bewegungseinschränkung in dem Gelenk.

Diagnose von Morbus Köhler

Um Morbus Köhler Typ 1 und Morbus Köhler Typ 2 differenziert zu diagnostizieren, kommen folgende Verfahren zum Einsatz:


Anamnese und körperliche Untersuchung:

Zunächst werden im Erstgespräch die Vorgeschichte, bestehende Symptome und eventuelle Vorkommnisse wie Verletzungen ausführlich besprochen. Im Anschluss konzentriert sich die körperliche Untersuchung auf den Fußbereich: Schmerzpunkte werden durch Ertasten lokalisiert und die Beweglichkeit der Gelenke wird beurteilt.


Bildgebende Verfahren:

Röntgenaufnahmen und eine Sonographie (Ultraschall) können erste Hinweise zur Diagnose von Morbus Köhler liefern. Denn Röntgenbilder können Veränderungen im Mittelfußknochen, wie zum Beispiel eine Verdichtung oder eine Fragmentierung des Knochens im fortgeschrittenen Stadium sichtbar machen. Sinnvoll zur genaueren Beurteilung ist ein dreidimensionales Bildgebungsverfahren wie MRT oder DVT zu ergänzen, da sie detailliertere Informationen auch über kleinere Veränderungen liefern können.

Verlauf von Morbus Köhler

In manchen Fällen bleibt Morbus Köhler, ganz gleich welcher Typ, lange Zeit unbemerkt aufgrund eines sehr milden und kaum merklichen Krankheitsverlaufs. Im Kindesalter zeigen sich häufig keine oder nur sehr geringe Beschwerden. Dies kann dazu führen, dass die Krankheit erst Jahre später im Erwachsenenalter festgestellt wird. Die Erstdiagnose erfolgt dann eher „zufällig“ oder die Bewegungseinschränkung und die im Grundgelenk der 2. Zehe oder im Mittelfuß auftretenden Schmerzen haben sich gravierend verstärkt.


Kommt Morbus Köhler auch im Erwachsenenalter vor?

Die meisten Fälle zeigen sich tatsächlich bei Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren. Doch auch Erwachsene können an diesem Krankheitsbild leiden. Eine Knochennekrose am Kahnbein, die im Erwachsenenalter auftritt, wird als Müller-Weiss-Syndrom bezeichnet.

Fußeinlage

Was tun bei Morbus Köhler – Behandlungs­möglichkeiten

Ob Morbus Köhler-Albau (Typ 1) oder Morbus Freiberg-Köhler (Typ2) – der Erhalt der Beweglichkeit und die Linderung der Schmerzen sind für die Patienten sind oberste Priorität. 


Konservative Maßnahmen:

Spezielle Einlagen für eine kombinierte Stützung und Weichbettung in Kombination mit schmerzlindernden Maßnahmen wie Hyaluronsäureinjektionen und eine begleitende physiotherapeutische Therapie haben das Ziel, die Schmerzen zu mindern und vor allem auch die Beweglichkeit zu erhalten.

Operative Eingriffe:

Morbus Köhler-Freiberg bedeutet in den meisten Fällen, dass eine Verformung des Köpfchens des zweiten Mittelfußknochens sich nicht vermeiden lässt und zurückbleibt. Die Folgen können langfristige Einschränkungen der Beweglichkeit und auch Arthrose im Zehengrundgelenk sein. Sollten diese einen schweren Grad erreichen, kann eine operative Korrektur und Knochenabtragungen sinnvoll sein. 

Insbesondere bei Patienten, deren Erkrankung an Morbus Köhler in der Kindheit unentdeckt blieb, können viele Jahre und Jahrzehnte später stark an den dann sich manifestierenden massiven Beschwerden leiden. Denn im vermeintlich „Stillen“ ist die Abnutzung, Fehlstellung, Bewegungseinschränkung und Arthrose bereits vorangeschritten, bevor die Symptome auftreten.

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